Tauchen in Leipzig
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Kulki Kanal Tagebaurekultivierung

Der Elster-Saale-Kanal ist auf Grund seiner wechselhaften Sichtweiten nicht immer ein lohnenswertes Tauchziel in Leipzig. Vor allem in den letzten Jahren haben sich die Sichtverhältnisse stark verschlechtert, ältere Taucher schwärmen schon mal von phantastischen Tauchgängen in früheren Zeiten. Im westlichen Teil des Kanals sind die Bedingungen günstiger, allerdings dürften die Sichtweiten auch hier tagesabhängig sein. An manchen Tagen ist das Wasser glasklar, am ehesten findest Du solche Bedingungen im Frühjahr bzw. im Frühsommer vor.

Karte Kanal In diesem 3 bis 4 Meter tiefen künstlichen Gewässer haben Angler zahlreiche einheimische Fischarten, wie Rotfedern, verschiedene Arten Karpfen, amerikanische Flußkrebse, Hechte, Aale usw. angesiedelt. Überall findest Du kleine Kolonien von Dreikant- oder Wandermuscheln. Dichter Pflanzenbewuchs bedeckt die Sohle des grundwassergespeisten Kanals. Teilweise wuchern Laichkraut und verschiedenblättriges Tausendblatt so stark, daß die ohnehin geringen Tauchtiefen nochmals eingeschränkt werden.

Interessant auch die Geschichte des Kanals, im Herbst 1933 als Bindeglied einer Schifffahrtsverbindung von Leipzig bis zum Überseehafen Hamburg begonnen, wurde sein Bau 1942 eingestellt. Projektiert waren 20 Kilometer vom Hafen in Leipzig-Lindenau bis zum Saaleanschluß bei Kreypau. Fertiggestellt wurden 12 Kilometer, die von Leipzig aus hinter Günthersdorf an der B 181 enden.

Für Schiffe bis 1000 Tonnen konzipiert, ist der fertiggestellte Teil des Kanal zweifelsohne auch heute noch ein beeindruckendes Denkmal deutscher Ingenieurskunst. So unterquert die B 186 bei Dölzig in einem Straßentunnel von 110 Metern Länge den Kanal. Der aufgeschüttete Damm ist an dieser Stelle 14 Meter hoch.

Insgesamt sind die aufgeschütteten Kanaldämme nahezu 7 Kilometer lang. Der höhergelegene Teil des Kanals wird nicht nur von Straßen unterquert, kurz hinter Burghausen kreuzt das kleine Flüßchen Zschampert unterhalb den Elster-Saale-Kanal. Dort befindet sich auch das Überlaufwerk, was bei einem Dammbruch die Ableitung des Kanalwassers zu den Bruchwiesen steuert. Die Sperrtore bei Günthersdorf und Burghausen, die ein Nachlaufen von Kanalwasser in die Dämme verhindern sollten, sind mittlerweile demontiert.

Mitten im Stadtgebiet von Leipzig und sozusagen im Trockenen liegt der Hafen. Bis ca. 1990 wurden die Lagerhallen genutzt, heute verfallen die Anlagen leider zusehends. Städtebauliche Konzeptionen sehen vor den Hafen als Erholungs- und Gewerbegebiet auszubauen, dabei aber die Möglichkeit einer späteren Nutzung des Hafenbeckens als Binnenhafen sowie die Option einer Gewässerverbindung zum Karl-Heine-Kanal offenzuhalten.

Es gibt immer wieder Überlegungen den Kanal zu vollenden, so auch seit Mitte der 90er Jahre. Damit wäre nicht nur ein Kuriosum verschwunden, dies würde sicher auch das Ende der Tauchmöglichkeit im Elster-Saale-Kanal bedeuten. Und nicht zuletzt hat sich hier vor allem in Leipzig seltene Flora und Fauna angesiedelt. Bauarbeiten und Schiffsverkehr dürften das wieder rückgängig machen.



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